u. l. läuft durch mein panorama und man glaubt ihr den doktor nicht – laufe ich durch irgendjemandes panorama, schreibt man mir dergleichen zu, aber ich bin es nicht und werde’s kaum. that’s the difference. mehr sein als scheinen und seine umkehrung. – die entscheidende frage lautet: in welchem falle ist man glücklicher? es beschränkt sich nicht auf die promotion, es lassen sich viele benennungen finden. was macht den historiker, dichter, menschen? – und dann heißt es wieder: ich sei negativ. ich schlage die arme übereinander und grummele vor mich hin: stimmt gar nicht. ich verziehe das gesicht und sage: ich bin positiv.

abends las ich mich in barack obamas reden fest. es wurde nacht, aber statt nach hause zu gehen, fand ich eine reihe von fotos auf der seite der new york times, die meine aufmerksamkeit erregten. so wurde es nur noch später. schließlich daheim las ich noch in einem essayband von juri andruchowytsch:

(…) normalerweise reist er im sommer und schreibt im winter, wenn die weiße undurchdringlichkeit des schnees sein haus (…) zuweht und man den schreibtisch wochenlang nicht verlassen kann und die vorbeifliegenden düsteren tage leicht mit den ellenlangen, stockdunklen nächten verwechselt. das verhältnis ist etwa achtzig zu zwanzig zugunsten der nächte. (…) [er] schreibt meist in der nacht, wenn sich unterm schutz des dunklen himmels alles entfernt, verschwindet, wenn er allein ist. nachts schreiben ist eine berauschende übung, die nacht schafft eine trügerische nähe zu kosmos und fördert dubiose gespräche über die ewigkeit. alles, was nachts geschrieben wird, erscheint genial – bis man es tags darauf noch einmal durchliest. (…)

(juri andruchowytsch, engel und dämonen der peripherie, in: ders., engel und dämonen der peripherie. essays, frankfurt am main 2007, s. 116f.)

es ist die rede von andrzej stasiuk, der in den kleinen beskiden an der polnisch-slowakischen grenze lebt, aber es könnte wohl auch vom erzgebirge die rede sein, die trennung von der welt durch den schnee, die wintertage, die winternächten gleichen, der zwang, am schreibtisch zu bleiben, weil man nirgendwohin gehen kann. ich füge drei punkte an und zwinkere mit den augen …

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